Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf

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  1. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt, ob der Wagen gepflegt oder präpariert ist. Dabei ist die Taschenlampe ein wichtiges Hilfsmittel.
  2. Bei einer professionellen Motorwäsche, die das angebotene Gebrauchtfahrzeug wie neu erscheinen lässt, könnte ein undichter Zylinderkopf kaschiert sein. Allzu dreckige Motorblöcke deuten aber auch auf wenig Pflege hin. Auch hier ist Vorsicht geboten und der Blick ins Wartungsheft angesagt.
  3. Bestehen Sie darauf, unter den Wagen zu schauen. Achten Sie dabei auf feuchte Stellen im Bereich des Motorblocks, Getriebes und der Servolenkung. Auch sie könnten auf undichte Stellen, etwa am Zylinderkopf, hindeuten.
  4. Schauen Sie sich den Wagen von unten ganz genau an.
  5. Achten Sie dabei auf Beulen und Beschädigungen des Unterbodenschutzes. Dies könnten Hinweise auf Unfälle sein wie auch frische neue Unterbodenschutzstellen. Da wurde nach dem Ausbeulen oder Geraderichten bestimmt nachgespritzt.
  6. Sind Gummimanschetten von Lenkung und Antriebswellen beschädigt? Dann war hier ein Steinmarder am Werke, und die Reparatur ist nicht unerheblich, weil sie sehr arbeitsintensiv ist.
  7. Die gesamte Auspuffanlage von vorne bis hinten überprüfen, die Übergänge von Rohren in Töpfe genau untersuchen.
  8. Hier sind die Sollbruchstellen, die schnell einige hundert Euro für ein Ersatzteil ausmachen. Hier finden sich schnell kleine Risse oder Löcher, die über kurz oder lang die gesamte Anlage außer Gefecht setzen.
  9. Drücken Sie den Wagen kräftig an jedem der vier Kotflügel mit Schwung nach unten. Schwingt der Wagen nach, sind die Stoßdämpfer garantiert demnächst auszuwechseln. Bei guten Stoßdämpfern stoppt der Schwung sofort. Und kontrollieren Sie, ob die Stoßdämpfer Öl verlieren. Auch das deutet einen Verschleiß an.
  10. Werfen Sie einen Blick in den Behälter für die Kühlflüssigkeit. Ist er nicht mehr randvoll und stellen Sie hier eine „braune Suppe“ fest, dann ist hier etwas faul.
  11. Desgleichen den Deckel mit der Bremsflüssigkeit öffnen und kontrollieren, ob genug im Leitungssystem ist und der Behälter randvoll ist.
  12. Nehmen Sie den Peilstab für die Ölstandsanzeige heraus, wischen Sie die Spitze der Maßanzeige einmal mit einem Tuch ab und stecken ihn wieder in den Tank. Ziehen Sie ihn nun erneut heraus und schauen Sie sich die Anzeige am Ende genau an: Hat der Motor genug Öl, und wie sieht das Öl aus? Schwarz oder noch gelb? Pechschwarzes Öl kann auf einen ungepflegten Wagen hindeuten, der schon längst den nächsten Ölwechsel verträgt. Zu wenig Öl (das sieht man an den Maßeinheiten, unterhalb der untersten Einkerbung wird’s sehr kritisch!) könnte ein Anzeichen dafür sein, dass der Wagen schon lange mit niedrigem Ölstand fährt und eventuell die Motorkolben dadurch schon heiß gelaufen sind und beschädigt wurden.
  13. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass der Wagen auf 1.000 Kilometer nicht mehr als einen Liter Öl verbraucht. Alles, was darüberliegt, wird kritisch. Schauen Sie sich die Batterie genau an: Oxidieren die Pole bereits weiß, dann steht womöglich der Neukauf eines Ersatzteils an.
  14. Funktionieren die Scheibenwischer noch ordentlich oder hinterlassen sie Streifen auf der Scheibe?
  15. Sind Heizung und Gebläse noch in Ordnung?
  16. Lassen sich elektrischer Fensterheber und Außenspiegel bedienen?
  17. Kontrollieren Sie genau die Reifen und Felgen. Sind sie unterschiedlich stark abgefahren – dies passiert meistens an den Innenseiten -, dann ist das ein Hinweis darauf, dass der Wagen aus der Spur ist. Er muss also einen kräftigen Stoß aufs Rad bekommen haben. Die Spur muss jetzt unbedingt neu vermessen und eingestellt werden, was mit erheblichen Kosten verbunden ist. Einen Fehler in der Geometrie des Wagens stellt man aber auch bei einer Probefahrt fest. Bei etwas höherer Geschwindigkeit ab 80 Km/h zum Beispiel fängt das Lenkrad an zu flattern oder zu zittern. Außerdem prüft man das dadurch, indem man eine längere Strecke geradeaus fährt. Man hält die Hand nur leicht am Lenkrad und beobachtet, ob der Wagen aus der Spur nach links oder rechts zieht.
  18. Macken in Felgen deuten ebenfalls auf Bordstein-Kontakt – und damit auf eventuell defekte Reifen hin. Schauen Sie sich die Reifen an den Außenrändern genau an. Sind sie porös oder von Bordsteinen abgeschabt? Oder gar wunderschön mit schwarzem Lack kaschiert? Frisch silberne Felgen sind garantiert gerade erst nachgespritzt!  Lassen Sie sich nicht blenden. Der Rost kommt schon nach wenigen Tagen wieder durch.
  19. Messen Sie die Profiltiefe der Reifen nach: 1,6 Millimeter reichen zwar so gerade noch vor dem kritischen Auge des Polizisten, doch sicher ist etwas anderes. Der nächste Satz Reifen wird schon bald fällig. Es sollten also mindestens 2,5 bis 3 Millimeter Profil noch vorhanden sein.
  20. Wird Ihnen ein Wagen mit Winterreifen vorgestellt, fragen Sie nach dem Satz Sommerreifen.
  21. Kann ich die Handbremse ausreichend fest anziehen oder rastet sie schon nach dem ersten Haken ein?
  22. Sind die Bremsen noch in Ordnung? Manchmal kann man durch die Felgen auf die Scheibenbremsen hindurchschauen und erkennen, ob die glänzenden Stahlscheiben Riefen haben.
  23. Erkennen Sie gar Rost, ist Vorsicht geboten. Kann man das aber nicht von außen erkennen, sollte man ein Rad kurz abmontieren und hinter „die Kulissen“ schauen. Ein Blick unter die Fußmatten lohnt sich: Ist es darunter feucht oder trocken? Mufft es im Innenraum? Dann ist die Karosserie irgendwo undicht.
  24. Die Sicherheitsgurte sollte man sich auf jeden Fall ganz genau ansehen. Sind sie noch fest in ihrer Verankerung und rollen sie sich wieder vollständig auf oder hängen sie bereits ausgeleiert nur noch herum?
  25. Wie sieht der Fahrersitz aus? Ist er bereits durchgesessen oder blendet ein schöner Stoffüberzug? Schauen Sie ruhig einmal darunter. Ist der Sitz eventuell schon beschädigt? Dies könnten Hinweise darauf sein, dass der Wagen wesentlich mehr als die angegebenen 100.000 Kilometer gelaufen ist.
  26. Den Wagen unbedingt bei Tageslicht und trockenem Wetter in Augenschein nehmen. Dämmerung und Regen kaschieren Macken und Lackschäden wie auch ein ungewaschenes Auto.
  27. Achten Sie bei der äußeren Betrachtung auf Unebenheiten zwischen Tür und Rahmen oder Motorhaube and Karosserie. Leichte Verschiebungen oder zu breite Spalten deuten auf einen Unfall hin.
  28. Genau die Scheinwerfer betrachten: Ist das Glas durch Steinschlag beschädigt, dann wird schon bald Wasser eindringen, und das Chrom oxidiert. Ein neuer Hauptscheinwerfer kann teuer werden.
  29. Kontrollieren Sie, ob alle Lichter funktionieren. Treten Sie auf die Bremsen und betätigen Sie die Blinker, kontrollieren Sie die Warnblink-Anlage!
  30. Den Innenraum sollte man sich genau anschauen. Wie gepflegt ist er, funktionieren Radio und Player? Wie sieht es Im Kofferraum aus, wurde nachlackiert?
  31. Kontrollieren Sie die Vollständigkeit der Ausstattung: Sind funktionstüchtiger Ersatzreifen, Wagenheber und Schraubenschlüssel für den Notfall vorhanden? Ist die Bedienungsanleitung da, das Scheckheft?
  32. Fragen Sie ausdrücklich, ob der Wagen unfallfrei ist, wenn nein, welche Unfälle er hatte. Lassen Sie sich die Reparaturbelege zeigen.
  33. Fragen Sie nach dem Tachostand und lassen sich schriftlich bestätigen, dass der Tacho nicht manipuliert wurde und die Kilometerleistung der tatsächlichen entspricht. Es reicht nicht „Kilometerstand laut Tacho“.
  34. Schauen Sie genau in den Kraftfahrzeugbrief nach den Vorbesitzern. Wie viele Personen haben den Wagen bereits wie lange gefahren. Waren es häufiger eher kurze Abstände, dann konnte sich wohl niemand so recht mit dem Auto anfreunden.
  35. Stimmt der Verkäufer mit dem derzeit eingetragenen Besitzer überein? Hat der Anbieter erst seit kurzem den Wagen, dann ist etwas faul.
  36. Ein Hinweis auf viele neue Ersatzteile ist auch ein Hinweis darauf, dass es dem angebotenen Wagen gar nicht gut geht. Schauen Sie genau auf alle Gummidichtungen an Fenstern und Türen. Sind sie porös oder weisen sie winzig Lackreste auf? Wenn ja, wurde hier garantiert nachlackiert.
  37. Den Lack des Wagens sollte man rundum aus einigen Metern Entfernung anschauen. Weist er Farbunterschiede/Schattierungen auf? Wenn ja, wurde hier ebenfalls nachlackiert. Gerade bei Metallic-Lackierungen ist das gut erkennbar.
  38. Auf Roststellen achten. Manchmal deuten sie sich schon durch kleine Aufwölbungen wie bei aufgequollener Pappe unter dem glänzenden Lack an. Besonders sind solche Stellen an Radkästen zu finden und dort, wo sich Wasser sammeln kann.
  39. Schauen Sie sich genau die Unterseiten von Türen und Hauben an. Streifen Sie mit der Hand über die Unterseite der Tür. Scharfe Unebenheiten bedeuten Rost.
  40. Prüfen Sie unter dem Wagen, ob Rost tragende Teile der Karosserie gefährdet.
  41. Vorsicht bei getunten Fahrzeugen. Frontspoiler oder Spezialauspuff sollten Sie nicht blenden, sondern Ihnen sagen: Sie haben es hier mit einem sportlichen, aber leider auch verschleißfreudigeren Vorbesitzer zu tun.
  42. Verlangen Sie Unterlagen über die letzte technische und Abgasuntersuchung (nicht älter als 3 Monate!) des Wagens.
  43. Welcher CO2-Ausstoß wurde gemessen? Lassen Sie sich die Prüfberichte zeigen, die im Übrigen auch immer im Auto mitgeführt werden müssen.
  44. Wie lange sind die Prüfplaketten für technische Abnahme und Abgasuntersuchung noch gültig.
  45. Müssen Sie schon bald den angebotenen Wagen erneut vorstellen, unter Umständen mit dem Risiko, dass er wegen Mängel stillgelegt wird? Gebrauchtwagen werden gerne „Noch zwei Jahre TÜV frei“ angeboten. Lassen Sie sich davon nicht blenden. Auch die Prüfer kann man täuschen. Das muss nicht heißen, dass der angebotene Wagen wirklich seinen verlangten Kaufpreis wert ist.
  46. Schalten Sie den Motor ein und hören Sie sich die Geräusche durchs offene Fenster (!) genau an: Klappert und schellt etwas?
  47. Läuft der Motor rund oder spuckt und bockt er? Treten Sie ruhig einmal kräftig aufs Gaspedal oder besser: Lassen Sie einen Freund den Motor einmal aufheulen und achten Sie genau auf „die Musik“. Manchmal hört man auch hier schon einen Defekt an Motor, Wasserpumpe, Getriebe oder Lichtmaschine und Anlasser. Es ist schwierig, und nur der Fachmann vermag einem da wirkungsvoll zu helfen.
  48. Verlangen Sie auf jeden Fall eine Probefahrt: Wie lässt sich das Getriebe schalten.
  49. Sind die einzelnen Gänge geschmeidig oder haken sie?
  50. Schleift die Kupplung oder ist sie exakt eingestellt; schlägt sie sofort an?
  51. Wie startet der Anlasser des Wagens: zügig oder zögerlich?
  52. Welches Spiel hat das Lenkrad, schlägt es sofort bei Betätigung an?
  53. Und schauen Sie sich den Verkäufer genau an. Wirkt er seriös? Fragt er am Telefon schon „Welchen Wagen meinen Sie?“, dann handelt es sich garantiert um einen Händler. Bringt er das Auto gar mit einem roten Nummernschild vorbei, dann haben Sie es mit einem Profi zu tun – Vorsicht!
  54. Fragen Sie ausdrücklich bei älteren Wagen nach dem Katalysator, der Steuerklasse und klären Sie bei Dieselfahrzeugen die Nachrüstung mit einem Rußpartikelfilter. Lassen Sie sich möglichst den letzten Steuerbescheid zu dem angebotenen Auto zeigen.
  55. Fragen Sie auch nach der Versicherungseinstufung. Es gibt nämlich bestimmte Wagen einer Marke aus Untertürkheim, die bei jungen Fahranfängern sehr beliebt ist. Da mit diesem Typ aber auch verhältnismäßig mehr Unfälle passieren, wird er von vornherein höher eingestuft. Ähnlich ist es mit Cabrios. Weil die nämlich einfacher zu stehlen sind, wird auch hier die Versicherung manchmal automatisch teurer.